
Text: Hannes Graubohm
Die spanischen Inseln im Atlantik ziehen verstärkt Menschen an, die ihren Lebensmittelpunkt für einige Monate verlegen, um von dort aus ortsunabhängig zu arbeiten.
Das milde Klima auf Teneriffa, Fuerteventura oder Gran Canaria bietet ideale Bedingungen für das Leben und Arbeiten aus dem eigenen Van. Wer diesen Schritt wagt, steht früh vor der Frage der richtigen Finanzierung für das rollende Zuhause. Auf dem Markt für Mobilität konkurrieren primär zwei Modelle um die Gunst der Käufer: das Leasing und der private Kredit. Gerade bei längeren Aufenthalten im Ausland zeigen sich bei diesen beiden Varianten massive Unterschiede in der vertraglichen Flexibilität.
Eigentum statt Miete beim Erwerb von Fahrzeugen
Die Anreise aus der Schweiz durch Frankreich bis an die Südspitze Spaniens und die anschliessende Überfahrt mit der Fähre auf die Inselgruppe summieren sich schnell auf viele tausend Kilometer. Ein klassischer Vertrag für ein Leasing limitiert die Bewegungsfreiheit in solchen Fällen durch eine strenge Begrenzung der Distanzen stark.
Jeder gefahrene Kilometer über dem vertraglichen Limit kostet am Ende der Laufzeit teures Geld. Ausserdem sehen Leasinggesellschaften mehrmonatige Aufenthalte im Ausland oft ungern. Wenn man stattdessen von Beginn an auf Eigentum setzt, findet man passende Kredite in der Schweiz. Der Käufer tritt dann beim Händler direkt als Barzahler auf, was oft einen grosszügigen Nachlass auf den Kaufpreis ermöglicht. Das Auto gehört vom ersten Tag an dem Fahrer.
Freiheit bei der Gestaltung des Innenraums
Ein Van für das Arbeiten aus der Ferne gleicht selten einem Standardfahrzeug direkt ab Werk. Meist baut man eigene Module für Solarstrom, Antennen für das Satelliteninternet oder individuelle Konstruktionen für das Bett ein. Solche baulichen Veränderungen an der Karosserie oder im Innenraum sind bei gemieteten oder geleasten Fahrzeugen strikt untersagt.
Bei der Rückgabe an die Garage verlangen die Anbieter den exakten Originalzustand. Ein über einen Barkredit finanziertes Reisemobil bietet die volle Kontrolle über alle Umbauten. Man entscheidet selbst über den Einbau von Fenstern oder die Wahl der Police für die Versicherung, weil keine Bank eine teure Vollkasko aufzwingt, wie es bei Leasinggesellschaften der absolute Standard ist.
Der steuerliche Aspekt für Schweizer Haushalte
Ein starkes Argument für die Finanzierung über ein Darlehen zeigt sich am Ende des Jahres bei der Deklaration der Einkünfte. Für Privatpersonen mit Wohnsitz in einem Schweizer Kanton gilt die Regel, dass bezahlte Schuldzinsen vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden dürfen.
Man trägt die Kosten einfach in das Feld für Schulden in der Steuererklärung ein und senkt dadurch die prozentuale Steuerlast. Bei Raten für ein Leasing existiert dieser Abzug im privaten Bereich nicht. Die Ausgaben für die Miete des Fahrzeugs verpuffen steuerlich völlig wirkungslos. Rechnet man diesen Steuervorteil über die gesamte Laufzeit hoch, fällt die Bilanz für den Privatkredit unter dem Strich meist spürbar günstiger aus.
Verantwortungsvolle Strukturierung der Ausgaben
Das Leben auf den Kanaren erfordert eine solide finanzielle Basis. Wer ein regelmässiges Einkommen in Schweizer Franken bezieht, tut gut daran, auch seine Verbindlichkeiten in dieser Währung zu belassen. Kredite in fremden Währungen bergen unkalkulierbare Risiken bei Schwankungen der Wechselkurse.
Seriöse Anbieter in der Schweiz prüfen die finanzielle Tragbarkeit vor der Vergabe sehr genau, richten sich nach dem Konsumkreditgesetz (KKG) und melden die Verträge an die Zentralstelle für Kreditinformation (ZEK). Dieses Vorgehen schützt Verbraucher vor einer ungewollten Überschuldung. So bleibt der Fokus auf der Arbeit und dem Leben am Meer, völlig frei von Sorgen um versteckte Kosten oder starre Verträge für die eigene Mobilität.
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