
Letzte Aktualisierung: 25.02.3036
Der Vulkan El Teide auf Teneriffa steht derzeit im Fokus öffentlicher Diskussionen aufgrund seiner aktuellen Aktivität, einem „drohenden Vulkanausbruch“, wie es in manchen Schlagzeilen heißt. Viele sind besorgt über die Möglichkeit eines Vulkanausbruchs auf Teneriffa und verunsichert, ob sie aktuell noch ihren Urlaub antreten können.
In diesem Artikel, den wir bei neuen Entwicklungen aktualisieren werden, möchten wir dir fundierte und aktuelle Informationen bereitstellen, die auf offiziellen Quellen wie dem Nationalen Geografischen Institut (IGN) und dem Vulkanologischen Institut der Kanaren (INVOLCAN) basieren.
El Teide – Ein aktiver Vulkan auf Teneriffa
Der Vulkan El Teide, mit 3.715 Metern der höchste Gipfel Spaniens, zählt auch zu den höchsten Vulkanen der Welt, wenn man ihn vom Meeresboden misst. Er bildet das zentrale Teide-Massiv auf Teneriffa, das aufgrund seiner Höhenlage von über 2.000 Metern als Wetterscheide für die Insel dient.
Der letzte größere Ausbruch auf Teneriffa fand 1909 am Vulkan Chinyero statt, westlich des Teide-Gipfels. Seither wird der Teide kontinuierlich überwacht. Obwohl er nicht aktiv ausbricht, gibt es immer wieder seismische und geothermische Aktivitäten, die auf vulkanische Prozesse hinweisen – diese lassen sich sogar bei einem Besuch des Teide-Nationalparks beobachten.
Im Teide-Pico Viejo-Komplex ereignete sich die letzte Eruption 1798, als die Vulkanausbrüche der Narices del Teide stattfanden. In den letzten 8.000 Jahren gab es in diesem Vulkansystem mindestens 18 Ausbrüche. Solche Eruptionen kommen in der Regel in Abständen von 2.000 bis 5.000 Jahren vor, weshalb der Teide auch heute noch als aktiver Vulkan betrachtet werden muss.
Risiko für die Bevölkerung
- Aktuell gibt es keine Evakuierungs- oder Reisewarnung.
- Behörden wie das Vulkanologische Institut der Kanaren (INVOLCAN) und IGN überwachen 24/7.
- Die Vulkanampel befindet sich weiterhin auf grün, was ruhige Bedingungen signalisiert.
Das bedeutet: Urlaub auf Teneriffa kann normal stattfinden, solange man offizielle Infos nutzt.

Gut zu wissen: Falls in der Zukunft ein Vulkanausbruch auf Teneriffa stattfindet, könnte es sich um eine basaltische Spalteneruption handeln. Das bedeutet, dass Lava langsam aus einer Rissstelle im Boden austritt, anstatt explosiv zu sein. Diese Art von Ausbruch ist weniger gefährlich, da die Lava ruhig fließt. Das Risikogebiet wäre voraussichtlich die Nordwest-Dorsale, auch Dorsal de Abeque genannt, eine tektonische Zone, die durch geologische Aktivitäten geprägt ist.
News-Ticker: Aktuelle Entwicklungen
Seit 2016 sind mehrere Schwarmphasen ähnlich gelagerter, klein magnitude Ereignisse detektiert worden: 2016, 2019, mehrfach 2022, mehrfach 2024 und 2025 sowie jetzt 2026.
Die Aktivitäten konzentrieren sich nahezu ausschließlich im Bereich Las Cañadas del Teide und in geringerer Zahl in den Vilaflor- bzw. südlichen Sektoren.
Es folgt eine chronologische Übersicht zur seismischen und vulkanischen Aktivität auf Teneriffa (2016–2026).
Quellen: offizielle seismologische und vulkanologische Überwachungsnetze (IGN/INVOLCAN), Regierungsberichte, Pressemitteilungen offizieller Stellen sowie Fachpublikationen.
2026: Aktuelle Phase (Stand Ende Februar 2026)
Februar 2026: Intensivphase mit mehreren Schwärmen
- 07. Februar: Beginn einer Serie seismischer Aktivitäten unter Las Cañadas, mit dutzenden bis hunderten kleinen Beben (Magnitude <1, meist nicht spürbar).
- 12.–13. Februar: IGN meldete bereits mehr als 700 (teilweise über 1.400) kleine Beben im Zeitraum 18:00–08:00 Uhr.
- 16.–17. Februar: Weiterer Schwarm mit mehreren Hundert Ereignissen, teils hybride Erdbeben.
- 18. Februar: Die Zahlen summieren sich auf tausende Beben über wenige Tage im selben Gebiet westlich der Caldera (kombiniert aus lokalisierten Schwingungen und schwächeren Mikro-Signalen).
Tiefe und Charakter
- Hauptsächlich 7–12 km Tiefe unter westlichem Gebiet Las Cañadas del Teide.
- Mischsignale aus klassischer «volcanic-tectonic» und «hybrider» Aktivität werden beobachtet.
2025
Mehrere bemerkenswerte Episoden
- Januar 2025: Involcan meldete über 59 Tremore und 33 Erdbeben innerhalb 24 Stunden (max. 1,8), Südwest Caldera in rund 11–12 km Tiefe. Diese wurden der Bewegung hydrothermaler Fluide zugeordnet.
- August 2025: Wiederkehrender Schwarm von rund 90 Ereignissen im Westen der Caldera.
- November 2025: INVOLCAN bestätigte ein long-period-Ereignis im Südwesten der Caldera (rund 11 km Tiefe), mit relativ hoher Magnitude im Kontext lokaler Mini-Beben.
Simulierte Alarmübung 26. September 2025
- Große zivile Notfallübung aufgrund andauernder seismischer Aktivität.
- Offizielle Stellen betonten gleichzeitig, dass kein kurzfristiger Ausbruch zu erwarten ist.
2024
Mehrere Schwarmphasen über das Jahr verteilt
- IGN-Netzwerk verzeichnete weitere Episoden mit Hunderten schwacher Beben (meist oberflächlich rund 7–12 km) im Gebiet Las Cañadas.
- Muster wiederholender Schwärme etabliert sich als „normales“ Phänomen im volcanotektonischen System Teneriffas.
2023
Juni–Juli 2023: Tiefe Schwarmbeben
- Zum ersten Mal wurden Schwarmbeben in tiefen Bereichen weniger als 30 km unter dem Santiago del Teide-Gebiet detektiert.
- Später im Jahr wieder ein Schwarm im Bereich 17–23 km Tiefe unter Las Cañadas.
- Diese tiefen Ereignisse markierten eine Abweichung von der vorherrschenden seismischen Tiefe bis dahin.
2022
Zwei Episoden im Jahr 2022
- Frühjahr und Sommer 2022 registrierten IGN/INVOLCAN wieder Schwarmphasen kleiner Erdbeben im bekannten Sektor westlich der Caldera.
- Keine signifikanten Parameterveränderungen (z. B. Bodenverformung oder starke Gasfreisetzung).
2019
Juni/Juli 2019: Erneut Schwarmphasen
- Erneuter Schwarm mit niedriger Magnitude in Las Cañadas, vergleichbar mit Ereignissen aus 2016.
- IGN klassifizierte dies als Teil der wiederkehrenden Aktivität rund um das Teide-System.
2017
Juni–Juli 2017: Wiederholte Mikroseismik-Schwärme
- Mehrere Mikrobebenschwärme im Bereich westlich vom Teide.
- Wiederkehrende Aktivität, charakteristisch klein und volkstümlich „ruhig“.
- Die Schwarmaktivität setzte sich ohne begleitende vulkanische Oberflächenprozesse (austretende Gase, Bodenverformung) fort.
2016
02. Oktober 2016: Schwarmbeben und Beginn erhöhter Aktivität
- Großer Erdbebenschwarm mit hunderten sehr kleinen Ereignissen (Magnitude meist <1)
- Viele werden nur automatisch detektiert. Die Aktivität konzentrierte sich im Gebiet von Las Cañadas del Teide (Südwest der Caldera, Bereich Pico Viejo).
- Diese Episode gilt als Referenzpunkt für die seismische Wiederaufnahme über das folgende Jahrzehnt.
Offizielle Bewertung der aktuellen Situation
Quelle: Gobierno de Canarias/IGN/INVOLCAN
Aktuelle Warnstufe:
- Die Vulkanampel bleibt grün. Keine unmittelbare Eruptionsgefahr im kurzen bis mittleren Zeitraum.
- Trotz intensiver Schwarmaktivität fehlen signifikante Deformations- und starke Gas-Signale, die üblicherweise aufsteigender Magma vorangehen.
- Experten weisen darauf hin, dass solche Schwarmepisoden typisch sind im Bereich eines aktiven Caldera-Systems, und dass eine bevorstehende Eruption von zusätzlichen, klaren Indikatoren abhängt.
Wahrscheinlichkeit eines Vulkanausbruchs auf Teneriffa (Stand Februar 2026)
Basierend auf historischen Daten lassen sich folgende Wahrscheinlichkeiten für einen Vulkanausbruch auf Teneriffa berechnen:
Für Teneriffa insgesamt (basierend auf 6 Eruptionen in 600 Jahren):
- 1 % innerhalb eines Jahres
- 4,9 % innerhalb von fünf Jahren
- 9,5 % innerhalb von zehn Jahren
- 39,3 % innerhalb von 50 Jahren
- 63,2 % innerhalb von 100 Jahren
Für den Teide-Pico Viejo-Komplex (18 Eruptionen in 8.000 Jahren):
- 0,2 % innerhalb eines Jahres
- 1,2 % innerhalb von fünf Jahren
- 2,2 % innerhalb von zehn Jahren
- 10,6 % innerhalb von 50 Jahren
- 12,8 % innerhalb von 100 Jahren
In Zeiten erhöhter vulkanischer Aktivität, wie aktuell, können diese Wahrscheinlichkeiten leicht ansteigen.
Welche Art von Eruption ist auf Teneriffa am wahrscheinlichsten?
Auf Teneriffa ist eine basaltische Spalteneruption mit geringer Explosivität am wahrscheinlichsten. Diese Art von Ausbruch ist durch langsame Lavaflüsse gekennzeichnet, die sich über weite Gebiete ausbreiten, ohne große Explosionen oder Aschenwolken zu erzeugen. Sie ist in der Regel weniger gefährlich für die Bevölkerung, da die Lava relativ gut kontrollierbar und die Gefahren oft besser absehbar sind.
Ein Vergleich zum Vulkanausbruch auf La Palma 2021 zeigt, dass auch dieser eine basaltische Spalteneruption war, bei der Lavaflüsse das Hauptmerkmal des Ausbruchs waren. Trotz der großen Lavaflüsse und der Zerstörungen konnte durch rechtzeitige Evakuierungen und Notfallmaßnahmen die Zahl der Verletzten und Toten minimiert werden.
Das Beispiel vom Vulkanausbruch auf La Palma verdeutlicht, dass eine basaltische Spalteneruption zwar dramatisch sein kann, aber auch mit effektiven Vorbereitungen und Warnsystemen gut kontrolliert werden kann.
Betroffene Zonen in Falle eines Vulkanausbruches auf Teneriffa
Sollte es zu einem Vulkanausbruch auf Teneriffa kommen, wäre nicht die gesamte Insel betroffen. Laut IGN und INVOLCAN ist das vulkanische Risiko auf Teneriffa hauptsächlich auf die Umgebung des Teide-Vulkans konzentriert. Besonders folgende Gemeinden könnten in unmittelbarer Nähe des Teide betroffen sein:
- La Orotava
- Los Realejos
- Puerto de la Cruz
- Arico
- Granadilla de Abona
- Vilaflor
- Adeje
- Guía de Isora
- Santiago del Teide
Diese Gemeinden liegen in unmittelbarer Nähe zum Teide. Die genaue Gefährdung hängt von der Art und Intensität des Ausbruchs ab.
Wichtig: Es ist wichtig zu betonen, dass die vulkanische Aktivität auf Teneriffa derzeit als stabil gilt. Die letzten größeren Ausbrüche fanden im 18. Jahrhundert statt. Dennoch überwachen das IGN und INVOLCAN kontinuierlich die vulkanische Aktivität, um frühzeitig auf mögliche Veränderungen reagieren zu können.
Schutzmaßnahmen und Notfallpläne
Die kanarischen Behörden sind gut vorbereitet. Der PEVOLCA (Plan Especial de Protección Civil y Atención de Emergencias por Riesgo Volcánico de Canarias), der offizielle Notfallplan für vulkanische Risiken auf den Kanarischen Inseln, sorgt für eine schnelle Reaktion bei vulkanischen Risiken. Zu den wichtigsten Aufgaben zählen:
- Überwachung der vulkanischen Aktivität
- Aktivierung von Frühwarnsystemen
- Festlegung von Evakuierungs- und Schutzmaßnahmen
- Information der Bevölkerung
Die Vulkanampel
Ein wichtiges Instrument zur Kommunikation des aktuellen Vulkanrisikos ist die Vulkanampel. Sie besteht aus vier Farben:
| Vulkanampel | Verhalten der Bevölkerung | Vulkanische Aktivität |
|---|---|---|
Grün | • alle Aktivitäten können normal ausgeführt werden • die Bevölkerung sollt ihre Umgebung kennen und sich informieren, wie sie sich verhalten sollen, wenn eine vulkanische Aktivität droht • es besteht keine Gefahr | • alle Parameter sind im normalen Bereich |
Gelb | • die Bevölkerung muss auf alle Informationen der Behörden achten • Vorbereitung für eine eventuelle Evakuierung treffen | • zunehmende Erdbeben, Ausstoß von Gasen und Verschiebung der Erdoberfläche • Vulkanausbruch ohne Gefahr für die Bevölkerung |
Orange | • Beginn einer präventiven Evakuierung • die Bevölkerung soll sich für Notfälle den Behörden zur Verfügung stellen | • alle Parameter deuten auf einen unmittelbaren Vulkanausbruch hin • Vulkanausbruch ohne Gefahr für die Bevölkerung |
Rot | • komplette Evakuierung der betroffenen Zonen • aktiver Einsatz der Rettungskräfte | • Vulkanausbruch mit niedriger Gefahr für die Bevölkerung • Vulkanausbruch mit hoher Gefahr für die Bevölkerung, wichtigen Infrastrukturen sowie für die Natur • starker Vulkanausbruch mit schwer einzuschätzendem Verhalten |
Aktuell befindet sich Teneriffa im grünen Status, was bedeutet, dass keine unmittelbare Gefahr besteht.
Das Guayota-Tenerife-Programm von INVOLCAN
Das Guayota-Tenerife-Programm ist ein wöchentliches Informationsblatt, das von INVOLCAN herausgegeben wird. Es bietet grafische Darstellungen und Analysen der seismo-vulkanischen Aktivität auf Teneriffa und ist in mehreren Sprachen verfügbar. Dieses Programm zielt darauf ab, die Öffentlichkeit transparent und verständlich über die aktuelle Situation zu informieren.

Quelle: involcan.org
Häufige Fragen (FAQ)
Droht jetzt ein Vulkanausbruch auf Teneriffa?
Bisher gibt es keine wissenschaftlichen Hinweise, die eine Eruption in nächster Zeit erwarten lassen. Trotz hoher seismischer Aktivität fehlen weitere Indikatoren, die eine bevorstehende Eruption ankündigen.
Was bedeutet „Vulkanampel Grün“?
Grün heißt: Ruhiger Zustand, keine akute Gefahr. Behörden behalten die Lage im Blick.
Sind Reisen nach Teneriffa sicher?
Ja. Solange die Vulkanampel grün bleibt und Behörden keine Warnungen herausgeben, gilt die Insel als sicher für Urlaub. Selbst bei einer Eruption wird wahrscheinlich nicht die gesamte Insel betroffen sein, wie beim Vulkanausbruch im Jahr 2021 auf La Palma.
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